Der Freitag war gekommen und hin und wieder ist das auch für mich ein Grund, auf die Piste zu gehen. Es war mal wieder eine kleine Überraschung für mich, daß Ricardo Villalobos nach Heidelberg ins Billy Blues kommen sollte. Das war natürlich ein guter Grund, meiner Entstehungsstadt einen Besuch abzustatten. Nach erfolgreicher Parkplatzsuche durften wir uns erstmal in ener Schlange einreihen, die allerdings nicht sehr groß war. Umso verwunderlicher war es für mich, daß ich zwischen 30 und 45 Minuten gegen den Kältetod in meinem T-Shirt ankämpfen durfte. Die erschreckend langsame Abfertigung war leider ohne erkennbaren Grund. Nachdem auch der Kapf, den Eingangsbereich zu überwinden gemeistert war, konnten wir erstmal staunen, wie voll das Billy Blues an diesem Abend war. So hatte ich es zuvor noch nicht erlebt... Da hätte man sich ein etwas schärferes Auswahlverfahren am Eingang gewünscht, um mehr Platz zu haben und ein besseres Feiervolk zusammenstellen zu können. Ich vermute allerdings, daß wir die ersten gewesen wären, die sie nicht rein gelassen hätten. Die hoffnungslose Suche nach einem lauschigen Plätzchen zum Abgehen konnte also beginnen. Die Musik, die Luciano und Ricardo Villalobos zum Besten gaben war vom Feinsten und weckte ein unbezwingbares Bedürfnis, das Tanzbein zu schwingen. Jede Lücke wurde gnadenlos ausgenutzt, in der Gewissheit, daß sie nicht lange bestehen würde. Was es zu hören gab war für housig angehauchte Ohren vielleicht ein wenig hart, aber ich bin mir sicher, daß jeder mitgerissen wurde. Es war eigentlich die perfekte Party, für Leute die gerne einen absolut genialen Sound erleben, mit ner guten Ausrede, nicht zu tanzen.
Der darauffolgende Samstag stand ganz im Zeichen des Clubs in der Nachbarschaft. Im Loft fand mal wieder eine Red Night statt. Alle, die sich mit etwas rotem verhüllt hatten bekamen dieses mal sogar eine Belohnung (auch wenn ich mich mit den beiden - zur Auswahl stehenden - Getränken nicht anfreunden konnte). Ich fand, daß das auf jeden Fall eine gute Idee war. Daß zum Zeitpunkt meines Eintreffens noch nicht viel los war, ist nichts ungewöhnich und hat mich auch nicht so sehr gestört. Es war allerding auffällig, wie lang es dauerte, bis sich endlich mal ein paar mehr Clubber zur Farbe Rot bekannten. Das Loft füllte sich ungewöhnlich langsam, wie auch die Tanzfläche. Nick war bei WarmUp nicht sehr von der menschenleeren Zone vor ihm irritiert und zog ein für ihn übliches Programm durch. Irgendwann machte er sich aber scheinbar gedanken, was los sei und machte sich auf die Suche nach dem passenden Stil für diesen Abend. Er landete schließlich bei einer härteren Gangart, als es bei einer Red Night zu erwarten war. Ich fand die Musik stellenweise richtig gut.
Auch wenn sowohl der Akku meiner neuen Digicam, als auch meine Knochen später nicht ganz mitspielen wollten, war es ein guter Abend (auch wenn das Besondere der Red Night fehlte).