Daß ich diesen Samstag das Loft unsicher machen würde stand für mich nicht von vornerein fest. Letztendlich hab ich mich - wie Ihr sehen könnt - dann doch dafür entschieden, wieder in vertrauter Umgebung mit Freunden zu feiern. Die praktisch nichtvorhandene Schlange vor dem Eingang um 23:00 rührte zweifellos von dem umfangreichen Partyangebot in der Umgebung. Die "fünfte Jahreszeit", die ihren Ursprung in der christlichen Religion hat, übt auf mich schon lange keinen Reitz mehr aus. Wie jedes Wochenende kümmere ich mich nur darum, auf welcher Party ich erscheinen werde. Ich muß zugeben, daß ich meine Erwartungen an diesen Abend ziemlich zurückgeschraubt hatte. Ich wollte nur mal wieder bekannte Gesichter sehen und ein bisschen feiern. Das tat ich dann auch...
Das WarmUp hatte mir bei den letzten paar Karotte-Parties fast schon besser gefallen, als sein eigentliches Set, weil es einfach nicht ganz so auf den Geschmack der Allgemeinheit zurechtgeschnitten war. So war es auch diesmal durchaus hörenswert und brachte mehr Leute in fahrt, als mir lieb war. Die Blicke der jungen Hüpfer ließen mich die Frage spüren, was denn so ein alter Sack auf der Tanzfläche will und so begab ich mich sehr bald in den Randbereich (wie immer) und machte Platz für die Frischlinge. Als Karotte dann immer mehr Gas gab, war die Location auch schon mit feierwütigen Clubbesuchern gefüllt. Die Besucherzahl kratzte - meiner Meinung nach - schon der der Obergrenze der Erträglichkeit. Es war also alles im grünen Bereich! Das Loft war gefüllt, das Barpersonal am rotieren, die Security wachsam und aus den Boxen drückte eine mehr und mehr mitreißende Beschallung. Auch wenn ich mich in der Vergangenheit an Peters Musik eher sattgehört hatte, schaffte er es tatsächlich noch, mich zu begeistern. Ihm ist zwar die ein oder andere tote Platte auf die Technics gerutscht, das hat er aber problemlos wieder gut gemacht. Einige fanden es zeitweise vielleicht etwas langweilig, aber für mich war das nur eine Bestätigung, daß Pedda etwas von dieser Techhouse-Uplifting-Schiene weggekommen war. Überzeugt hat er diesmal auch durch die technische Qualität seiner Arbeit. Auch wenn sich hin und wieder zwei zusammengeführte Musikstücke trennen wollten erkannte er das schnell und brachte die beiden wieder zusammen, bevor es ein normales Ohr hätte hören können. Im späteren Verlauf des Abends schaffte er es sogar, mich an den Rand des Wahnsinns zu bringen. Er spielte ein paar sehr progressive, monotone Tracks mit einer unauffälligen Acid-Line und unendlich viel Groove. Wegen dieser Art von Musik bin ich vor XX Jahren in die House-Szene gewechselt.
Auch wenn es ab und zu eher etwas ruhig auf der Tanzfläche zuging, war zum größten Teil eine Stimmung zu erleben, die dem Künstler ein angemessenes Maß an Feedback vermittelte. Für das Wohlergehen der männlichen Augenpaare war durchaus gesorgt (den Satz, der eigentlich hier in der Klammer stand mußte leider zensiert werden... *g*).