Wer hat nicht schon was von ihm gehört... Boris Dlugosch ist für die meisten Szenegänger wohl kein unbekannter Name. Er ist auch schon lange genug dabei, daß er sich hätte jedem einzeln vorstellen können. Für mich war es das dritte mal, daß ich ihn erleben durfte. Auch wenn er bei den beiden Malen zuvor nur zu 50% überzeugen konnte, war für mich klar, daß ich auch dieses mal dabei sein würde. Ich war mir sicher, daß es voll werden würde und ich war guter Dinge, viele hübsche Mädels anzutreffen.
Nachdem ich ins Transportwesen gewechselt war und einen Kumpel abgeholt hatte, traf ich im Loft ein und mußte mal wieder eine gähnende Leere zur Kenntnis nehmen. Ich lehnte mich als (im übertragenen Sinne) zurück und wartete ab, wie sich der Abend entwickeln würde. Wenn sich schon meine "sichere" Voraussage nicht erfüllte, dann aber wenigstens die schon beschriebene Hoffung! Während ich mich wartend zurücklehnte, gab Ray so langsam Gas und versorgte uns mit immer treibenderen Klängen, die mich auf andere Gedanken brachten. Er schlug eine etwas härtere Gangart an und hielt gut seine Linie (mit kleineren Ausreißern), während er sich immer mehr steigerte. Boris knüpfte schön an Ray's Programm an und beglückte uns mit Musik, bei der er nicht schwer viel, zu feiern. Ich war sogar etwas erstaunt, über die gute Musikauswahl der Besuchers. Die Übergänge gestaltete er eher kurz und schmerzlos. Die Stimmung konnte ihn zweifellos nicht zu Höchstleistungen anpeitschen. Wer konnte es ihm übel nehmen?! Bei dieser mageren Besucherzahl blieb die Stimmung mal wieder auf der Strecke, trotz der hörenswerten Tracks. Bis Ray wieder zur Klangversorgereinheit wurde, war das Loft mal wieder wie leergeräumt. Die Anlage war mittlerweile so weit aufgedreht, daß man die Schmerzen nur mit Betäubungsmitteln hätte aushalten können, die einem vor den Boxen entstanden. Trotz der immernoch guten Musik machten wir uns dann doch sehr bald auf den Heimweg. So wenig hab ich schon lange nicht mehr gehört, nach dem Verlassen eines Clubs!
Wenn ein paar Leute mehr gekommen (und auch geblieben) wären, hätte es ein richtig geiler Abend werden können.