Eine Geschichte von Legenden...
Es war einmal ein kleiner, aber sehr bekannter Club im Herzen Frankfurts mit dem Namen "Monza". Dieser hatte vor einiger Zeit seine Pforten geschlossen und wollte bei der Wiedereröffnung mit einem echten Knaller aufwarten. So ergab sich, daß eines Tages einer der weltweit begehrtesten House-DJs auf dem Flyer des Monza stand. Derrick L. Carter in Frankfurt?!
Auch wenn die Geschichte wie ein Märchen beginnt, kann ich Euch versichern, daß es sich nicht um eines handelt. Lange hielten sich die Zweifel aufrecht, ob er denn wirklich kommen würde. Würde es nicht sogar sein erster Besuch in deutschen Landen werden; und dann ausgerechnet noch in unsrer Nähe?! Kein Wunder, daß da Mißtrauen aufkommt. So viel Glück haben wir doch normal nicht. Als ich an diesem Freitag früh morgens meinen Arbeitstag begann stand für mich immernoch nicht fest, ob ich es denn wagen sollte. Ständig blitzten mir die Gedanken durch den Kopf, ob er kommt und wenn er kommt, würden wir dann rein kommen. Zum richtigen Zeitpunkt, um mal wieder extreme Hektik aufkommen zu lassen war der Entschluß gefasst: WIR GEHEN HIN! So früh wie möglich anzukommen war unser Ziel (am liebsten hätt ich am Vortag ein Zelt vor dem Laden aufgeschlagen). Nach einer Fahrt mit Disskusionen ohne geistigen Nährwert konnten wir gleich unser Erstaunen zum Ausdruck bringen. Keine Schlange und kein Problem, reinzukommen. Die 12 Eintritt waren ja schon lachhaft! Ich hätte ohne mit der Wimper zu zucken das doppelte hingelegt, um diesen Mann live zu erleben! Drin dachten wir dann endgültig im falschen Film zu sein. Es war kaum jemand da und die Leute strömten zwar kontinuierlich, aber nicht sehr drängelnd in die Location. So hatte ich wenigstens die Gelegenheit, den Club etwas genauer zu betrachten. Das ehemalige "Englische Theather" machte einen sehr edlen Eindruck. Vor allem mit dem Teppichboden hatte dieser Club das gewisse Etwas.
Das WarmUp war eher low und sollte den Leuten wohl helfen, die Energie für den Hauptgast zu sparen. Als sich dann alle Zweifel in Luft auflösten und er sich den Weg durch die - inzwischen angesammelten - Menschenmassen bahnen ließ war klar, daß die Party losgehen konnte. Von Anfang an pulsierte der dominante, amerikanische House-Beat über die Tanzfläche und löste bei mir eine Gänsehaut aus. Mit der Freude eines kleinen Kindes nahm ich sowohl die melodischeren, als auch die härteren Klänge in mich auf und wandelte sie bedingungslos in Bewegung um. Auch wenn der Körper schon lange nicht mehr wollte und das Tanzen auf dem Untergrund mit einem Dauerlauf im Sand zu vergleichen war, konnte ich von dieser Musik einfach nicht genug bekommen. Ich hab zwar schon das ein oder andere Set von ihm gestreamt, aber der Vergleich zu diesem Erlebnis kann garnicht erst gezogen werden. Man muß ihn einfach erlebt haben. Hätte ich keine Bilder von diesem Abend gemacht, hätte ich mir wohl die Hand auf der die Konturen des Stempels zu sehen waren abhacken und konservieren müssen, um mich daran zu erinnern. Warum um Himmels willen gibt es nicht mehr Partys dieser Art in unsrer Nähe???????